Salemaleikum


Wie soll ich aus den Vollen schöpfen,
wenn der Brunnen im Trockenen liegt?

Wie kann ich mich neben anderen fühlen,
wenn es die Andern und mich nicht mehr gibt?

Wie will ich mich ohne Wehmut fangen,
wenn ich längst schon gefallen bin?

Und wie muß der Name der Rose
in meiner stillen Halle
an blanken Wänden bangen,
wenn das Haus und der Garten
wie Schatten im Wind
vor traurigen Zeiten
vergangen sind?

Wie darf es sein,
nach all den Jahren,
daß Spiegelbilder gnadenlos
und so geduldig bittersüß
die unumgängliche Wahrheit bewahren?

Sag, wie ist es nur zu fassen,
daß grell die Sonne wieder lacht
nach tausendundeiner pechschwarzen Nacht?
Und Menschen sich freundlicher grüßen denn je
Salemaleikum
in sauberen Gassen.
Hanna Bär